Diagnostik

Labordiagnostik liefert objektive und individuelle Kennzahlen zu Mineralstoff, Vitamin und Hormon­haushalt und ergänzt damit sinnvoll den DXA-Scan (Goldstandard der Knochendichtemessung).

Ein gesunder Knochenstoffwechsel ist das Ergebnis eines fein abgestimmten Zusammenspiels verschiedener Mineralstoffe, Vitamine und Hormone. Sie beeinflussen nicht nur die Stabilität des Skeletts, sondern auch die Funktion von Muskeln, Nerven und des Immunsystems.

Während bildgebende Verfahren wie die Knochendichtemessung (DXA-Scan) die aktuelle Knochensubstanz erfassen, kann eine gezielte Labordiagnostik frühzeitig funktionelle Störungen im Knochenstoffwechsel aufdecken – oft noch bevor ein Knochenschwund messbar ist.

Warum ist die Labordiagnostik wichtig?

  • Frühzeitige Risikoeinschätzung bei Osteopenie, Osteoporose oder erhöhtem Frakturrisiko
  • Feststellung von Mangelzuständen, z. B. bei Vitamin D oder Calcium
  • Abklärung hormoneller Ursachen
  • Therapieplanung und Verlaufskontrolle, z. B. bei Vitamin-D-Substitution, Osteoporosemedikation oder Medikamente die den Knochenstoffwechsel stören können.

Die Bestimmung von 25-Hydroxy-Vitamin D (25-OH-D) im Blut ist dabei zentral, da dieser Wert den Versorgungsstatus mit Vitamin D zuverlässig abbildet. Vitamin D trägt zur normalen Aufnahme und Verwertung von Calcium, zur Erhaltung normaler Knochen und Zähne sowie zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.

Für wen ist eine Untersuchung besonders sinnvoll?

Frauen ab Ende 40 bzw. mit Eintritt dem Eintritt in die Menopause

  • Männer ab ca. 50 Jahren bzw. mit Risikofaktoren wie Frakturen und chronischen Erkrankungen
  • Menschen mit niedriger Sonnenlichtexposition
  • Mensche mit chronischen Erkrankungen
  • Menschen mit unausgewogener Ernährung
  • Langfristige Einnahme bestimmter Medikamente
  • Patient:innen mit ungeklärten Knochenschmerzen, Muskelschwäche oder häufiger Frakturanamnese

Risikogruppen – Frauen und Männer, die dauerhaft Magensäure­hemmer oder entzündungs­hemmende Glukokortikoide einnehmen.

Langfristige Protonenpumpenhemmer (PPI) wie Omeprazol oder Pantoprazol können die Calcium-Aufnahme vermindern und stehen in Meta­analysen mit einem erhöhten Risiko für Hüft-, Wirbel- und Gesamtfrakturen in Verbindung. PMCSpringerLink

Ebenso führt eine dauerhafte Glukokortikoid-Therapie (z. B. Prednisolon, Dexamethason) dosis- und zeit­abhängig zu schnellerem Knochenverlust; europäische Fachgesellschaften stufen sie als gesicherten Risikofaktor für Osteoporose ein. PubMedAcademic Oxford

Kurzüberblick – wer hilft?

Orthopäd:innen, Hausärzt:innen, Gynäkolog:innen, Urolog:innen, Rheumatolog:innen, Endokrinolog:innen u. a. bieten Labor­tests und Beratung zum Knochenstoffwechsel an. Welche Fachrichtung passend ist, richtet sich nach Ihrer persönlichen Situation (z. B. Menopause, Langzeit-Glukokortikoide, chronische Erkrankungen).

Tipp: Zählen Sie zu einer Risikogruppe (siehe oben), sprechen Sie Ihre behandelnden Ärzt:innen aktiv auf eine Labordiagnostik an.